Viele PLR-Anbieter verkaufen ihr Angebot wie eine Gelddruckmaschine. Du kaufst ein fertiges Buch, klatschst deinen Namen drauf, lädst es einmal hoch und lehnst dich zurück, während das Geld von allein reinkommt. Hammer oder?! Der erste Teil stimmt tatsächlich, das fertige Buch bekommst du ja auch. Der Rest ist reines Wunschdenken. Und genau das kostet die meisten Einsteiger die Wochen, die sie mit dem fertigen Buch eigentlich sparen wollten.

Mit PLR eBooks Geld verdienen funktioniert. Es läuft nur anders, als die Werbung dir weismachen will. Kurz für alle, die den Begriff zum ersten Mal lesen: PLR steht für Private Label Rights. Du kaufst ein fertig geschriebenes eBook zusammen mit dem Recht, es unter deinem eigenen Namen zu verkaufen. D.h., du kannst dich dann als Autor des Buches ausgeben. Der Verdienst entsteht dabei nicht in dem Moment, in dem du das PLR Rodukt kaufst. Er entsteht durch das, was du danach draus machst. Das fertige Manuskript, also der komplette Buchtext, nimmt dir das Schreiben ab, den langweiligen und zeitfressenden Teil. Was danach kommt, bleibt dein Job. Du musst wissen, für wen der Text überhaupt ist und über welchen Weg du ihn verkaufst. Und du musst ihn sauber veröffentlichen, statt die Datei lieblos irgendwo hochzuladen. Kapierst du das, hast du einen echten Vorsprung. Der Glaube, das Buch verkaufe sich von selbst, endet nach drei Monaten bei null Umsatz.

Was PLR dir abnimmt und was nicht

Der große Vorteil liegt auf der Hand: Das Produkt ist fertig, bevor du überhaupt anfängst. Diese Abkürzung ist eine Menge wert, weil sie dir genau den Teil abnimmt, an dem die meisten Buchprojekte sterben: das wochenlange Schreiben. Sie ersetzt nur nicht die Arbeit, die aus einem fertigen Text erst ein verkäufliches Angebot macht. Ein eBook ohne klare Zielgruppe und ohne einen Weg, auf dem es überhaupt jemand zu sehen bekommt, bleibt liegen, egal wie gut der Inhalt ist. Selbst die Person auf dem Cover zählt. Verkauft ein unbekannter Name dasselbe Buch wie jemand mit Gesicht und Ruf, greifen die Leute fast immer beim bekannten Namen zu. Welche Rechte in so einer Lizenz genau stecken und warum die Art der Lizenz über alles entscheidet, hab ich dir in einem anderen Artikel auseinandergenommen.

So kannst du mit PLR eBooks Geld verdienen

Du hast im Grunde drei ernstzunehmende Wege, dein eBook an Käufer zu bringen. Jeder tickt anders und passt zu einem anderen Typ Verkäufer..

Amazon KDP

Kindle Direct Publishing, kurz KDP, ist Amazons Plattform zum Selbstverlegen. Jeder kann dort ein eBook oder ein Buch hochladen und verkaufen, ganz ohne einen Verlag im Rücken. Für den Einstieg ist das der naheliegendste Weg, weil die Reichweite gewaltig ist. Millionen Leute suchen bei Amazon von sich aus nach Büchern, du musst die Besucher also nicht erst mühsam heranschaffen. Der Haken kommt sofort hinterher: Genau deshalb ist die Konkurrenz brutal. Und Amazon mag doppelte Inhalte überhaupt nicht. Deshalb wird Amazon dein Buch höchstwahrscheinlich gar nicht erst zulassen. Wenn du dein Manuskript bei Amazon als Buch hochladen möchtest, fallen selbstverständlich Druckgebühren an, zu denen noch der Anteil kommt, den Amazon für sich behält. Mit einem exklusiven Manuskript umgehst du das von vornherein, weil es deinen Text eben nur ein einziges Mal gibt. Ganz ohne Arbeit läuft aber auch KDP nicht. Das Cover muss schon als kleines Vorschaubild im Suchergebnis etwas hermachen. Die Beschreibung sollte so neugierig machen, dass jemand überhaupt klickt. Und ohne die passenden Suchbegriffe findet dich in dem riesigen Katalog sowieso keiner.

Deine eigene Website

Verkaufst du direkt über deine eigene Seite, behältst du den vollen Erlös und die volle Kontrolle. Keine Plattform entscheidet per Automatik, wer dein Buch überhaupt angezeigt bekommt. Und keine zieht bei jedem Verkauf ihre Gebühr ab oder ändert dir über Nacht die Regeln. Der Preis dafür: Die Besucher musst du dir selbst holen, zum Beispiel über eigene Blogartikel oder über einen Newsletter, den die Leute abonnieren. Damit dich bei Google überhaupt jemand findet, brauchst du Geduld und Texte, die genau zu dem passen, wonach die Leute suchen. Das dauert länger als der schnelle Weg über Amazon. Dafür zahlt jeder Besuch auf deine eigene Marke ein, nicht auf die von Amazon.

Bundles und Angebote drumherum

Der dritte Weg steckt das eBook in etwas Größeres. Es wird zur Zugabe, die ein teureres Paket runder macht. Oder zum kostenlosen Lockmittel, das du herschenkst, damit dir die Leute im Gegenzug ihre E-Mail-Adresse dalassen. So ein Gratis-Häppchen heißt im Marketing Leadmagnet oder Freebie, aber das Wort ist Nebensache. Manche bauen das eBook sogar zum Herzstück eines ganzen Onlinekurses aus. Das Buch steht hier nicht für sich allein, es ist ein Baustein für ein größeres Angebot mit höherem Preis. Für Selbstständige, die schon ein paar Leute erreichen, ist das oft der Weg mit dem dicksten Ertrag, weil ein Paket oder ein Kurs eben deutlich mehr kostet als ein einzelnes eBook.

Welchen Weg du nimmst, hängt weniger vom Kanal ab als von deinem Startpunkt. Hast du noch gar kein Publikum und willst erst mal testen, ob dein Thema überhaupt zieht, ist Amazon der schnellste Weg dahin. Bei einer eigenen Seite mit ordentlich Besuchern (Traffic) sieht das ganze anders aus. Dort verschenkst du an Amazon nur Marge, also den Teil vom Verkaufspreis, der sonst komplett bei dir bleibt. Steht schon eine E-Mail-Liste hinter dir, holst du aus dem eBook als Zugabe in einem Paket fast immer mehr raus als aus dem blanken Einzelverkauf. Fang mit dem einen Kanal an, den du wirklich bedienen kannst. Drei Baustellen gleichzeitig anzufangen und alle nur halbherzig zu betreiben, bringt am Ende gar nichts.

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Damit du eine Vorstellung bekommst, wie der Weg vom Kauf bis zum ersten Verkauf aussieht:

  1. Du suchst dir ein Thema, das zu deiner Zielgruppe passt. Das passende Manuskript kaufst du dazu.
  2. Du machst es zu deinem eigenen: neuer Titel, eigenes Cover, eine angepasste Einleitung und dein Name als Autor. Bei einem exklusiven Text reicht oft eine leichte Anpassung, weil der Inhalt eben nicht schon überall herumschwirrt.
  3. Du entscheidest dich für einen Hauptkanal und bespielst nicht gleich alle drei auf einmal.
  4. Du veröffentlichst sauber: eine Beschreibung mit den passenden Suchbegriffen und ein Preis, der zum Markt passt.
  5. Du sorgst dafür, dass dich die Leute sehen, über genau den Kanal, für den du dich entschieden hast.

Die Punkte zwei bis fünf sind die eigentliche Arbeit. Und die entscheidet am Ende, ob Geld reinkommt oder eben nicht.

Warum die Nische fast alles entscheidet

Der häufigste Denkfehler bei Einsteigern: möglichst breit aufstellen, um bloß viele Leute auf einmal anzusprechen. Klingt im ersten Moment logisch, ist aber der schnellste Weg in die Bedeutungslosigkeit. Ein Ratgeber mit dem Titel „Gesünder leben“ konkurriert gegen Zehntausende ähnliche Bücher und geht darin unter. Nimm stattdessen etwas wie „Wieder Fuß fassen nach einer Trennung mit vierzig“. Der spricht eine eng umrissene Gruppe an, die genau danach sucht und eher bereit ist, dafür auch Geld auszugeben.

Je enger die Nische, desto leichter finden dich die richtigen Käufer und desto seltener musst du über den Preis feilschen. Das gilt für PLR genauso wie für ein selbst geschriebenes Buch. Nur mit dem Unterschied, dass dir hier das Schreiben schon abgenommen ist und du deine ganze Kraft darauf verwenden kannst, dich für eine klare Zielgruppe aufzustellen und das Buch zu verkaufen.

Und weil die Frage sowieso kommt, wie viel am Ende hängen bleibt: Das entscheidet sich am Preis und an deiner Marge, nicht an der Stückzahl allein. Auf der eigenen Seite behältst du fast den ganzen Verkaufspreis, abzüglich der kleinen Gebühr fürs Bezahlsystem und Steuern. Bei Amazon geht ein fester Anteil an die Plattform, dafür bringt die dir die Käufer gleich mit. Am meisten entscheidet der Preis, den du dauerhaft halten kannst. Ein Buch, das es hundertfach unter anderem Cover gibt, drückt dich früher oder später in einen Preiskampf. Ein exklusiver Text tut das nicht, weil es schlicht keinen billigeren Zwilling gibt, gegen den du antreten müsstest.

Ein Wort noch zur Erwartung, weil ich so transparent wie nur möglich sein will: Über Nacht passiert hier gar nichts. Die ersten Verkäufe brauchen Vorlauf, weil dich am Anfang schlicht noch keiner kennt und keiner findet. Ein einzelnes eBook macht dich auch nicht reich, alles andere wäre gelogen. Als Baustein in einem durchdachten Angebot, mit einem Text, den sonst keiner hat, wird daraus aber ein solider Weg zu regelmäßigen Zusatzeinnahmen.

Bevor du loslegst, lohnt sich ein Blick auf die typischen Fehler, an denen die meisten PLR-Projekte scheitern. Die hab ich dir hier zusammengestellt.

Und wenn du ein Thema suchst, das dir sonst keiner nachmacht, findest du in der aktuellen Auswahl exklusiver Titel genau solche Einzelstücke. Jeder Titel verschwindet nach dem Kauf aus dem Shop, du bekommst ihn also exklusiv für dich.