Bei einer PLR eBook Lizenz hören die meisten nur den ersten Teil: fertiges eBook kaufen, eigenen Namen drauf, verkaufen. So läuft es im Kern auch. Nur hängt an dem Papier ein Haken, den kaum ein Anbieter ausspricht und der später darüber entscheidet, ob dein Produkt überhaupt eine Chance hat. Deshalb kriegst du hier die PLR eBook Lizenz erklärt, ohne Juristendeutsch, mit allem was drinsteht und der einen Sache, die dir verboten bleibt.

PLR steht für Private Label Rights. Übersetzt heißt das ungefähr „Rechte für die eigene Handelsmarke“. Du kaufst ein fertiges eBook und bekommst weitreichende Rechte daran. Du setzt deinen Namen als Autor drauf, schreibst den Text um, kürzt ihn, erweiterst ihn und verkaufst das Ganze unter deiner eigenen Marke. Für alle, die wenig Zeit haben und trotzdem ein digitales Produkt im Regal stehen haben wollen, ist das der kürzeste Weg dahin. Soweit, so gut.

Was in einer PLR eBook Lizenz wirklich drinsteht

Bei mir liegt jedem eBook ein eigenes Lizenzdokument bei. Es kommt als PDF im Downloadpaket mit. Die wichtigsten Auszüge stehen schon vorher auf der Produktseite, zusammen mit dem kompletten Inhaltsverzeichnis und einer Leseprobe. Du weißt also vor dem Bezahlen, was du bekommst und was du damit machen darfst.

Im selben Paket steckt noch mehr als der Text. Das Manuskript kommt als Word-Datei, damit du jeden Satz bearbeiten kannst, ohne dich mit einem gesperrten PDF herumzuärgern. Ein fertiges Cover liegt bei. Selbstverständlich kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen und dein eigenes Cover erstellen. Dazu zwei Anleitungen, eine über zwölf Seiten fürs Veröffentlichen bei Amazon KDP und eine über vierundzwanzig Seiten fürs Bauen eines eigenen Covers, falls dir das mitgelieferte nicht zusagt. Eine Checkliste führt dich vom Kauf bis zur Veröffentlichung durch. Der Grund für den ganzen Beipack ist simpel: Eine Lizenz nützt dir wenig, solange das Buch als Datei auf deiner Festplatte liegt.

Was in der PLR eBook Lizenz drinsteht

Die Rechte, die dabei auf dich übergehen, sind ziemlich weitreichend. Hier sind Auszüge aus der Lizenz:

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    dich als Autor oder Herausgeber nennen und das Werk als dein eigenes ausgeben
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    den Inhalt verändern, kürzen, erweitern, splitten oder mit anderem Material kombinieren
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    das eBook verkaufen, verschenken oder als gedrucktes Buch über einen Print-on-Demand-Dienst rausbringen
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    es in jede Sprache übersetzen und die Übersetzung genauso verwerten
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    den kompletten Erlös behalten und Titel, Cover, Format und Preis frei bestimmen

Verboten ist am Ende nur eine Sache, die aber wichtig ist. Du darfst das Werk nicht deinerseits mit PLR-Rechten weiterreichen. Heißt, du verkaufst das fertige eBook an deine Endkunden, aber du machst niemanden zum PLR-Händler, der dann wieder Lizenzen an Dritte vergibt. Der normale Verkauf an Leser ist ausdrücklich erlaubt und zählt nicht als so eine verbotene Weitergabe. Klingt nach Wortklauberei, ist aber der Punkt, an dem die Exklusivität überhaupt erst hält.

So weit klingt das nach einem klaren Deal. Und jetzt kommt der Teil, den kaum ein Anbieter offen anspricht. Was du darfst, ist am Ende zweitrangig. Wichtiger ist, wie viele andere Leute dasselbe dürfen.

Warum das Urheberrecht beim Verfasser bleibt

An der Stelle kommt oft die Frage, ob das Buch dann wirklich dir gehört. Juristisch sauber lautet die Antwort: Das Urheberrecht bleibt beim ursprünglichen Verfasser, weil es sich nach deutschem Recht schlicht nicht übertragen lässt. Übertragen werden die ausschließlichen Nutzungsrechte.

Ausschließlich heißt: Niemand sonst darf das Werk verwerten, auch der Verfasser selbst nicht mehr. Dazu verzichtet er in der Lizenz darauf, als Urheber genannt zu werden. Gegen das Umbenennen, das Verändern oder die Veröffentlichung unter deinem Namen erhebt er ausdrücklich keine Einwände.

Wirtschaftlich läuft das auf dasselbe hinaus wie Eigentum. Du entscheidest allein, was mit dem Text passiert, wie er heißt, wo er verkauft wird und was er kostet. Der Unterschied zum Urheberrecht ist reine Juristerei und ändert an deiner Kontrolle keinen Millimeter.

Was du mit deiner Einzelnutzerlizenz anstellen kannst

Eine Einzelnutzerlizenz dreht das Prinzip um. Ein Exklusiv-PLR-eBokk von Kundenheld wird genau einmal verkauft. Danach verschwindet es dauerhaft aus dem Sortiment und niemand sonst bekommt dasselbe Manuskript, auch nicht in leicht abgewandelter Form. Bei mir läuft das so: Ist ein Titel verkauft, fliegt er aus dem Shop und kommt nicht wieder. Kein zweiter Käufer bekommt den Text, also frisst dir später auch kein Klon die Sichtbarkeit weg.

Die Zusage steht für dich dann schwarz auf weiß in der Lizenz. Zurücknehmen kann ich sie nicht und ablaufen tut sie auch nicht. Ob du das Buch in Hamburg oder in Buenos Aires verkaufst, spielt dabei keine Rolle, sie gilt überall gleich.

Eine Frage kommt an der Stelle fast immer. Sie dreht sich um den Fall, dass zwei Leute im selben Moment auf denselben Titel klicken. Da kann nichts schiefgehen, denn pro Titel geht genau ein Kauf durch. Der Erste, der bezahlt, bekommt das Buch, für alle anderen ist der Titel dann schon aus dem Shop verschwunden. Deine Exklusivität musst du dir also nicht nachträglich mit jemandem teilen, der ein paar Sekunden langsamer war.

Was der Aufpreis mit deinem Vorhaben zu tun hat

Der Preis liegt höher, das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Du zahlst mehr als die paar Euro, die eine Massenlizenz kostet, weil das Manuskript ausschließlich an dich geht. Ob sich das rechnet, hängt an deinem Vorhaben. Willst du wirklich verkaufen und dir eine Marke aufbauen, brauchst du ein Produkt, das es nur einmal gibt. Zum reinen Reinschnuppern tut es auch die günstige Variante, dann lebst du eben mit der Konkurrenz durch Klone.

Was dir kein Anbieter garantieren kann

Ja ja, jetzt kommt der Moment mit dem Kleingedruckten. Der gehört trotzdem auf den Tisch, weil er dich vor falschen Erwartungen bewahrt. In der Lizenz steht schwarz auf weiß, dass es keine Gewährleistung gibt. Kein Anbieter garantiert dir, dass eine bestimmte Plattform dein Buch annimmt. Verkaufszahlen garantiert dir erst recht keiner.

Das wirtschaftliche Risiko trägst du. Anbieter, die dir etwas anderes erzählen, verkaufen dir eine Gelddruckmaschine, die es nicht gibt. Ein exklusives Manuskript nimmt dir die Schreibarbeit ab und hält dir die Klon-Konkurrenz vom Hals. Leute auf dein Angebot zu bringen, bleibt danach immer noch deine Aufgabe.

Beim Inhalt selbst gehe ich in Vorleistung. Ich achte beim Aufbereiten der eBooks darauf, dass keine Heilversprechen im Text stehen, gerade bei den Gesundheits- und Wellness-Titeln. Damit ist der häufigste Stolperstein schon weg, bevor du das Buch überhaupt anfasst. Ab dem Moment aber, wo du eigene Passagen ergänzt und das Ganze unter deinem Namen rausbringst, wandert die Verantwortung für den Inhalt zu dir. Prüf deine eigenen Zusätze also lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Wie aus dem Kauf tatsächlich Umsatz wird, hab ich getrennt aufgeschrieben. Einmal der ganze Weg, um mit PLR eBooks Geld zu verdienen, vom Kauf bis zum ersten Verkauf. Und einmal die häufigsten Fehler beim Verkauf, die den meisten erst auffallen, wenn das Buch längst online steht.

Bevor du irgendwo eine PLR-Lizenz kaufst, lies die Nutzungsbedingungen einmal komplett durch und such gezielt nach einer einzigen Angabe: wie oft derselbe Titel verkauft wird. Steht dazu nichts drin, lautet die Antwort im Zweifel „so oft es geht“. Diese eine Frage sortiert die Angebote schneller als jeder Preisvergleich.